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Dieser Blog dokumentiert den Zusammenprall einer Berliner Hausgemeinschaft mit sehr tüchtigen Geschäftsmännern, die viel Geld verdienen wollen. Und dies tut die Christmann Unternehmensgruppe – u.a. auch Eigentümerin der  Winsstraße59 – bekanntlich mit großer Leidenschaft. Dabei wird sie rechtlich von STEINPILZ Rechtsanwälten vertreten. Keine kleine Nummer …

Dieser Blog soll auf ein sanierungsbedürftiges Gesetz hinweisen das Mieterinnen und Mieter in Deutschland sämtlichen Investoren völlig schutzlos ausliefert, ganze Viertel verändert und soziale Strukturen zerstört.
Ein Zeitzeugnis über den (tristen) Wandel Berlins.

Das Haus in der Kopenhagener Strasse 46 erfuhr 1986 eine Rekomaßnahme. Elektrische Anlagen, Gasversorgung und das Dach wurden erneuert und/oder instand gesetzt. Einige Wohnungen im Vorderhaus hatten bereits eigene Bäder, im Seitenflügel und Hinterhaus gab es noch einen größeren Bestand von Außentoiletten. Das Haus ging an eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft, die zur Aufgabe hatte einen großen Prozentsatz privatisieren.

1999 erwarb dann Jens Jahnke die Immobilie. Seinerzeit war der Kiez noch grau und bald hielten die Pioniere Einzug…Wir zum Beispiel, haben seinerzeit zu viert, eine Wohnung im ersten Stock mit 135 qm und zwei Räumen (ohne Bad und WC)  mit 31qm im EG gemietet – gesamt 166qm. Der Mietpreis lag damals im oberen Bereich des Mietspiegels. Wir vereinbarten mit dem Vermieter:
Einbau einer Gasetagenheizung auf eigene Kosten (DM 15000,-), Sanierung der Wohnung auf eigene Kosten (Böden, Wände, im Erdgeschoss Trockenlegung Wände,), Einbau eines Bades (Gesamt ci. DM 20.000). Hierfür erhielten wir eine Garantie der Festschreibung des Mietzinses.

Das Jahnke-Haus füllte sich nach und nach. Das Verhältnis zwischen den Nachbarn war bestens. Man kannte sich, half sich und unterstützte den Kiez im Wachstum. Ob bei kulturellen Veranstaltungen im Mauerpark, der nach einigen Jahren plötzlich total hip wurde, ob beim Bau von Spielplätzen, Schreibung von Anträgen um Gelder für eine bessere Infrastruktur…

Jens Jahnke starb über Nacht und seine Erben versicherten eine Fortführung des gewachsenen Mehrgenerationenhauses.
Aus dem Briefkasten erfuhr die Hausgemeinschaft von einem Eigentümerwechsel, der wohl schon im Dezember 2012 stattfand. Bald darauf erhielten 7 Mietparteien eine schriftliche Kündigung wegen nichtbezahltem Mietzins (alle widerlegt worden), 8 weitere bekamen eine Mahnung wegen verspäteter Einzahlungen (auch alles widerlegt), und alle miteinander bekamen per Boten eine Modernisierungsankündigung, die auch eine Mieterhöhung von bis zu 335% ankündigte.

Im Jahnke-Haus lebten Erwachsene zwischen 18 und 72 Jahren, zudem 16 Kinder, die meisten Bewohner sind aus dem ehemaligen Osten (ein erheblicher Teil im Kiez geboren), aus dem ehemaligen Westen, aus Frankreich, Italien und Brasilien.

Heute
kämpft noch die WG 1 im 1OG Vorderhaus mit 3 Erwachsenen und 2 Kindern um ihre wenigen Rechte. Eine der kleinen Wohnungen im 4OG Gartenhaus ist noch bewohnt, wird jedoch gerade saniert und der Mieter muß sehen wo er solange unterkommt. Der Mieter im 4OG Vorderhaus wird seine Wohnung kaufen. Alle anderen BewohnerInnen sind ausgezogen.

i.A.

Trüffelschwein

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