…Hallo Polizei, kommen sie bitte schnell…. !!!

Dingdong, aha, die Polizei. “Machen sie bitte auf, wir sind die Polizei !”…

Dies könnte eine Szene aus den “KÄNGURUH CHRONIKEN ” von Kai Dieter Kling sein. Ist es aber leider nicht.

Inmitten der gerichtlich genehmigten Bauarbeiten, die (ohne den Alltag und die Tagesabläufe der Bewohner zu stören), zeitgleich in allen Räumen der Wohnung ablaufen und selbige in einen Haufen Staub und Schutt verwandeln, erscheint unser aller Freund und Helfer aufgrund einer telefonischen Anzeige.

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Ein Hausfriedensbruch sei ihnen gemeldet worden, wusste der emsige Beamte zu berichten. Sollten die Bewohner der verwüsteten Wohnung einen der 15 polnischen Bauarbeiter angezeigt haben?

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Weit gefehlt lieber Leser!

Die beiden deutschen Unternehmer und Wohltäter vieler polnischer und arabischer Subunternehmer fühlten sich berufen, für die in ihrem Namen tätigen Tagelöhner aus der Mindestlohnbefreiten Zone Partei zu ergreifen.

…”Die Rechte  am eigenen Bild seien von einem in der Wohnung tätigen Kamera Team verletzt worden.”…teilte der von einer Beamtin angerufene Firmeninhaber mit.

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Trotz intensiver Befragung aller anwesenden Bauarbeiter (welche leider an den nicht existenten Kenntnissen der polnischen Spache seitens der Polizei scheiterte) ,konnte der sich verletzt Fühlende nicht ermittelt werden und die Volksmacht zog unverrichteter Dinge wieder ab, um anderenorts Schurken zu jagen. (Freundlicherweise nahmen sie sogar den Müll mit hinunter…)

Nun hat der Fall der Kopenhagener Strasse 46 in den letzten 4 Jahren die Aufmerksamkeit nahezu aller Bundestagspolitiker auf sich gezogen. Immer noch lassen sich unsere Regierungsvertreter über den aktuellen Stand der Dinge auf dem Laufenden halten. Hilfreich wäre es ja durchaus, wenn die Erfahrungen der letzten gebeutelten Mieter in den Prozess der Mietrechtsgesetzgebung einfliessen würden. Am 27.03. haben die Mieter einen Termin bei unserer frisch gebackenen  Baustadtsenatorin Lompscher. Vielleicht hat sie ja eine Erklärung parat, warum ausgerechnet diese beiden Spezies den ersten gemeinnützigen Wohnungsbaukomplex Berlins von 1850 in ihre Hände bekommen haben um daraus überteuerte Eigentumswohnungen zu machen und an Geldanleger aus aller Herren Länder zu verscherbeln. Es ist allerdings mehr als bezeichnend für die Berliner Wohnungspolitik.

Denn es gibt ja hierzulande viele Entmietungshooligans in den Reihen der Immobilienverwertungsindustrie, welche die riesigen Lücken in den Gesetzen äusserst gewinnbringend auszunutzen verstehen.

Von Südkorea über Frankreich bis nach Syrien berichteten unzählige Medienformate über den Fall Kopenhagener Straße 46. Deshalb ist dieser eine exemplarische Fall auch weiterhin von grossem öffentlichen und politischen Interesse. Er wird medial begleitet werden, ob es nun irgendjemandem in den Kram passt oder nicht.

Ganz sicher tippen die Finger der eifrigen Christmann´schen Anwälte schon die nächsten Klagen oder Kündigungen gegen die ach so widerborstigen Mieter.

Was solls,

Schaun wa ma-noch sind wa da !

Eua ADDI

(ZITTY vom 22.02.2017)

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