Sanierungsopfer

kopenhagener Strasse christmann Unternehmensgruppe entmietung ModernisierungVor einigen Monaten wurden alle BewohnerInnen der Kopenhagener 46 zu “Sanierungsopfern” erklärt. Anfangs war mir nicht ganz klar, was das bedeuten sollte. Ich stellte mir vor wie die ganze Hausgemeinschaft in der Turnhalle einer Schule untergebracht würde. Eine Gaudi für die Kids und eine Herausforderung für die MacherInnen unter uns, die wohl in Windeseile sämtliche Wohnbereiche aufgebaut hätten.

Endlich habe auch ich es verstanden: Sanierungsopfer sein bedeutet die Chance zu haben, eine mit öffentlichen Mitteln geförderte Wohnung zu ergattern, für die Andere einen WBS brauchen.

Wie jetzt? Ich werde aufgefordert Sozialhilfe in Anspruch zu nehmen? Ich wohne hier in einer WG, unter anderem weil ich gerne selbstbestimmt und schuldenfrei durchs Leben gehe – und jetzt wird mir nahegelegt, mich von den engen Maschen des Sozialamtes einfangen zu lassen, damit unser Investor in Ruhe seine Investitionen tätigen kann. Gehts noch? 

„Sanierungsopfer“ sind ein paar Hundert in Berlin, Tausende in Deutschland – die kriegen alle Sozialleistungen, die Viele bisher nicht brauchten und die Meisten wahrscheinlich nie wollten.

Ist doch zum Kotzen, oder?

Aus der Remise kommt die Aufforderung heute und morgen mal wieder das TV anzuschalten. Hier geht’s zum Programm.

Wir ahnte, dass Halloween 2013 das letzte große Fest in der Kopenhagener 46 sein würde…

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