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Feuer oder Notfall –  Bitte Wo?

 

Die Erfahrungen mit Wärmedämmung an Fassaden, vor allem bei Altbausanierung, sind für viele Verbraucher und Experten eher negativ. Hersteller, Vertreiber und Baufirmen sehen alles ganz positiv und sprechen unter anderem von der Wiederbenutzung des Materials.
kopenhagener_02 Fragt sich welche Verwendung die nächste Generation, in 30-50 Jahren, für tausende von Kubikmetern HBCD getränktes Polystyrol finden wird.
Ganz so easy wird es wohl doch nicht, sonst würde das Material ab Sommer 2015 nicht auch in Europa verboten.

Ein Hersteller hat jedenfalls einen guten Abnehmer für seinen Ausverkauf in unserem Investor gefunden, denn dieser Tage werden noch schnell die Fassaden der Kopenhagener 46, der Wins 59 und weitere „hochwertige“ Projekte mit dem Zeug bestückt.

Die Menschen hinter der Plane empfinden die Win-Win-Situation der Geschäftsmänner eher als bedrohlich.

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Der Zugang für Feuerwehr oder Krankenwagen ist eher mühsam…

Sie finden sie sogar gefährlich, denn sollte in einer Wohnung ein Feuer entfachen, könnte die Feuerwehr den Brandherd von außen nicht orten.
Und sollte sie es doch, weil die Flammen schon aus den Fenstern lodern, würde es sehr schwierig werden bis dahin zu gelangen, da die Zufahrt völlig verbaut ist und in den Höfen palettenweise Dämmungsmaterial lagert.

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der Ausstieg aus dem Fenster ist nicht nur nix für Unsportliche….

Anfang Mai wurden sowohl die Berliner Feuerwehr / Direktion Nord – vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz, als auch das Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin benachrichtigt . Die Antworten: Keiner verantwortlich, die Hausgemeinschaft solle sich an das zuständige Bau- und Wohnungs-aufsichtsamt des Bezirks Pankow wenden.

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… bei Rauch und Panik hat kaum jemand eine Chance den Weg nach draußen zu finden.

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Solidarische Hilfestellung anderer Hausgemeinschaften, oder eine Aktion der NachbarInnen aus der Straße? Die Plane ist teilweise verschwunden.

Die Feuerwehr wies noch darauf hin, dass bei Brandgefahr ja eine Fluchtmöglichkeit über das Gerüst gegeben sei. Das bezweifeln wir sehr, da bei Panik Sichtminderung meist der Auslöser für eine totale Desorientierung ist. Möglicherweise entstehender Rauch kann durch die blickdichte Plane nicht ausweichen und somit ist der Ausstieg aus den Fenstern unmöglich. Ganz übel finden wir die Situation, seitdem die angebrachten EPS-Platten zusätzlich eine äußerst große Vergiftungsgefahr darstellen. In Berlin stehen einige Häuser in Folie gehüllt, vollgedämmt mit Polystyrol – manche über Jahre.
Wer beschäftigt sich  mit solchen Themen?
Wer antizipiert
gefährliche Situationen und kontrolliert Risikoherde in einer Stadt? Und wessen Aufgabe ist es Lösungen für die nahe Zukunft zu finden?

Oder reicht die Normung zur Sicherheit und zum Schutz der BürgerInnen nur bis zur Helmpflicht für Fahrradfahrer?

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